Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Formen, Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme auf transnationale Unternehmen durch externen Druck anhand des Fallbeispiels der Anti-Wal-Mart Kampagne.

Regulierung transnationaler Konzerne ist in der (global) Governance Forschung, aber auch in der Internationalen Politischen Ökonomie, in der Literatur zur globalen Zivilgesellschaft oder Corporate Social Responsibility ein viel debattiertes Thema. Oftmals wird zivilgesellschaftliche Einflussnahme als ein zentraler Faktor für die erfolgreiche Institutionalisierung privater Regulierungsregime dargestellt. Unternehmenskritische Kampagnen werden gar als alternatives Steuerungsinstrument unternehmerischer Macht beschrieben, die zumindest teilweise die Abwesenheit zwischenstaatlicher Regulierung kompensieren können. Doch wie gelingt es unternehmenskritischen Kampagnen tatsächlich, welche Wirkung bei Unternehmen zu erzeugen?

Im Zentrum der Analyse stehen demnach das Handlungsrepertoire und die strategische Ausrichtung von unternehmenskritischen Kampagnen sowie die Reaktionen, die diese im Unternehmen hervorrufen. Inwieweit entsprechen diese Reaktionen tatsächlicher Selbstregulierung im Sinne der Übernahme von den Forderungen der Kritiker?

Eine detaillierte Fallanalyse, in der die Auswertung qualitativer Interviews mit einer Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung sowie zentraler firmen- und Kampagneninterner Dokumente miteinander verbunden wird, kommt dabei zu folgendem Ergebnis: Erfolg ist nicht nur von dem strategisch an den Verletzlichkeiten des Unternehmens orientierten Handlungsrepertoire der Kampagne bestimmt, sondern auch von den Gegenreaktionen des Unternehmens. Konzerne greifen aktiv in den Deutungskampf ein. Durch eine symbolische Anpassung an die Forderungen (Stichwort: PR) kann das Unternehmen versuchen seine Anerkennung zu erhalten. Das bedeutet, die Wahl der Regulierungsmaßnahmen wird nicht unbedingt von der Kampagnenagenda bestimmt, sondern auch von anderen Faktoren wie Anpassungskosten oder wahrgenommenem Prestigegewinn.

Download: diplomarbeitukritischekampagnen.pdf

Die Autorin Sabrina Zajak reichte die Arbeit an der Humboldt-Uni Berlin im Fach Sozialwissenschaften ein. Sie arbeitet zur Zeit am Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung zu dem Thema “Institutionalisierung von Arbeitsstandards in transnationalen Konzernen” und ist zu erreichen unter zajak(bei)mpifg.de


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