Die vorliegende Arbeit betrachtet die diskursiven Reaktionen der südafrikanischen Regierungspartei African National Congress (ANC) auf zahlreiche soziale Proteste im Jahre 2005/06 und das Aufbegehren von zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich aus sozialen Bewegungen und Nachbarschafts-Organisationen zusammensetzen.
Anders als es vielfach in den Sozialwissenschaften hierzulande getan wird, geht die Arbeit nicht davon aus, dass zwischen Regierenden und Regierten aufgrund der historischen Erfahrungen (Befreiungskampf) ein unabänderliches Loyalitäts- und Vertrauensverhältnis vorherrscht, zu dessen Beleg zumeist die hohen Wahlergebnisse des ANC angeführt werden. Stattdessen wird unter Bezugnahme auf Gramsci der Frage nachgegangen, wie Hegemonie, Konsens und Führung im Kontext einer steigenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung aktiv hergestellt werden. Zu diesem Zweck werden Publikationen ausgewertet, in denen das Selbstverständnis des ANC und sein Verhältnis zur Zivilgesellschaft artikuliert werden.

Dabei zeigt sich eine Bandbreite von diskursiven Reaktionen seitens des ANC auf die neuen Bewegungen, die von der Dekontextualisierung und Delegitimierung über die Kriminalisierung bis hin zur Reartikulation von Forderungen reichen.


Download als pdf: Südafrika, Hegemonietheorie, Befreiungsbewegungen, Neue soziale Bewegungen

Diese Diplomarbeit im Fach Sozialwissenschaften an der HU Berlin wurde 2006 von Romin Khan verfasst, Kontakt kann zum Autor unter khan.berlin(at)gmail.com aufgenommen werden.


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