Die Arbeit erläutert verschiedene begriffsgeschichtliche, politische, gesellschaftlich-soziale Zugänge zum Begriff Erinnerung. Sie versucht dabei u.a. darzustellen, wie die mittlerweile etablierte eigenständige Erinnerungs- und Gedächtnisforschung der derzeitigen Rehabilitierung des nationalen Selbstverständnisses und der Entstehung eigener, nationaler Opfernarrative in der Bundesrepublik Vorschub leistet. Auch die inflationäre Verwendung des Begriffs „Erinnerungskultur“ innerhalb der gesellschaftlichen und politischen Aneignung der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wird als Ausdruck dieser Entwicklungen verstanden. Zentral ist die Annahme, dass sowohl in der bisherigen Forschung als auch auf den Ebenen politischer Praxis vernachlässigt wird, dass es eben zwei Komponenten des Begriffs gibt und die Auseinandersetzungen der einen die jeweilige andere ausklammern. So erscheint Erinnerung entweder als unpolitische wissenschaftliche Kategorie oder als „Kampfbegriff“ politischer Instrumentalisierung.

Es wird dafür plädiert, zwischen diesen Ebenen Bezüge herzustellen, wissenschaftskritische Forderungen aufzustellen und die Universalität des Erinnerungsdiskurses widerständig und subversiv zu kritisieren - unter anderem, um die „Zukunft der Erinnerung“ nicht unhinterfragt den ProtagonistInnen von neuen Tendenzen der Nivellierung und Renationalisierung als frei verfügbare Worthülse zu überlassen.

Download: dimensionen_von_erinnerung_c_krieg.pdf

Diese Magisterarbeit in Soziologie an der Uni Bremen wurde von Claudia Krieg geschrieben - Kontakt: c_fly(bei)freefall.de


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