Die Zeit der Jahrhundertwende gilt als eine Zeit, in der Frauen in der Literatur übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben wurden, mit denen sie Männer ins Unglück stürzen. Andererseits wurden sie intellektuell und charakterlich unterschätzt und unterdrückt. Es erschienen pseudo-wissenschaftliche Abhandlungen über das ‚Wesen der Frau’ in denen versucht wurde durch Rollenstereotypen das patriarchalische Gesellschaftssystem zu festigen.
Arthur Schnitzler aber ist der Anwalt der Frauen. Es wird geschrieben, er bevorzuge Frauenfiguren gegenüber Männerfiguren; er stelle sie in besserem Licht dar und interessiere sich für ihre innersten Wünsche und Bedürfnisse. Herauszufinden, inwieweit es ihm tatsächlich gelingt, Individuen darzustellen und Typisierungen als solche zu entlarven ist Ziel dieser Arbeit.

Bei der Untersuchung von Schnitzlers Frauengestalten bietet sich weder eine chronologische noch eine Ordnung nach Textarten an. Stattdessen werde ich die Frauenfiguren zunächst einzeln auf die Fragestellung hin analysieren, ob sie sich in eine Typisierung einordnen lassen oder ob sie als Individuen dargestellt sind. Mein Hauptaugenmerk wird sich auf die Hauptpersonen richten, aber auch Nebenfiguren werde ich mit in die Überlegungen einbeziehen. Entscheidend für einen Grad der Individualisierung der Frauen ist auch der Grad ihrer Emanzipation.

Download: frauenfiguren_arthur_-schnitzler_a_voigt.pdf

Anna Voigt schrieb diese Arbeit in Germanistik und Kunstwissenschaften 2004 an der Uni Marburg. Sie ist erreichbar über annavoigt1(bei)web.de.


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