Bleiberechtsproteste der Rom & Cinti Union an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (2006)
Tags: Antiziganismus, Erinnerungskultur, Erinnerungspolitik, KZ Gedenkstätte Neuengamme, Roma.In den Jahren 1989 und 1993 wählten in Hamburg lebende Roma-Flüchtlinge aus Südosteuropa das Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme als Auseinandersetzungsort für Aktionen im Rahmen einer Kampagne für ein dauerhaftes Bleiberecht. Im Herbst 1989 kommt es zur Räumung der KZ-Gedenkstätte durch die Hamburger Polizei.
Als Ort der Erinnerung ist die KZ-Gedenkstätte ein symbolischer und kultureller Ort, organisatorisch ist sie an eine staatliche Institution gebunden – die Hamburger Kulturbehörde. Die Geschichte der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist davon geprägt, dass das Gelände in der Nachkriegszeit durch den Bau zweier Strafanstalten „besetzt“ wurde. Demgegenüber steht ein Jahrzehnte währendes Engagement vor allem durch die Überlebenden für eine würdige Gedenkstätte am Ort der Verbrechen. Damit treffen die Auseinandersetzungen um die Aktionen der „Rom & Cinti Union“ an der KZ-Gedenkstätte auf einen bereits bestehenden Interessenskonflikt: Wer verfügt eigentlich über die KZ-Gedenkstätte und welche unterschiedlichen Besetzungen der Erinnerung können dort konkurrieren? Am Material (Presseartikel, Flugblätter, Interviews mit Beteiligten) wird den Fragen nachgegangen: Mit welchen Strategien versuchen die Bleiberechtsakteure ihre Forderungen durchzusetzen? Wie reagiert der Hamburger Senat auf die Besetzung der KZ-Gedenkstätte und welche gesellschaftlichen Kräfte intervenieren in diesem Konflikt und warum? Welche Rolle spielt bei alledem eine mediale Öffentlichkeit?
Eingebettet ist die diskursanalytische Untersuchung der Ereignisse unter anderem in eine Nachzeichnung der prägenden Linien bundesdeutscher Erinnerungskultur bezüglich der Vernichtung von Roma im Nationalsozialismus.
Download: fluchtburgendversion12_2007.pdf
Diese Magisterarbeit in Kulturwissenschaften an der Uni Bremen wurde von Kathrin Herold geschrieben - Konakt: kathakombo(bei)gmx.de
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